Reiselinks
eMail
URL anmelden / ändern
Werbung
Fans, Facebook Fan
Patenschaft übernehmen

Hotelspecials

Couchsurfing

Infos zum Social Travelling und den zugehörigen Gastgeberdiensten.



Der neueste Trend in Sachen günstige Übernachtungsmöglichkeiten für Städtereisende heißt "Couchsurfing". Hinter diesem Reisetrend, der zumeist dem Bereich des sogenannten "Social Travelling" zugeordnet wird, verbirgt sich ein Online-Gastgeberverzeichnis. Streng genommen bezieht sich Couchsurfing auf die gleichnamige Online-Community, bei der sich die dort registrierten Mitglieder untereinander das kostenlose Übernachten in Privatwohnungen anbieten. Mittlerweile wird der Begriff des Couchsurfings aber auch als Synonym für eine Vielzahl von unterschiedlichen Gastfreundschaftsnetzwerken benutzt. Im deutschsprachigen Raum wird in diesem Zusammenhang deshalb auch häufig von Haustausch bzw. auch Wohnungstausch für die Urlaubszeit gesprochen, allerdings ist das eigentliche Couchsurfing zumeist etwas zwangloser organisiert.

Couchsurfing - Informieren Sie sich!Die ursprüngliche Idee hinter den Couchsurfing-Angeboten geht davon aus, daß es überall auf der Welt kontaktfreudige bzw. gastfreundliche Mitmenschen gibt, die gerne unbekannte Gäste für ein paar Tage oder auch Wochen bei sich aufnehmen. Schließlich hat fast jeder in seiner Jugend bzw. als Rucksacktourist auf Rundreise schon einmal bei Freunden oder Bekannten auf der Couch oder im Gästezimmer übernachtet. Insbesondere dann, wenn die befreundeten Gastgeber mit Übernachtungsmöglichkeiten in beliebten Ferienregionen, angesagten Städtereisemetropolen oder anderen Orten mit Fremdenverkehrsambitionen dienen konnten. Genächtig wurde dabei auf Gästebetten, improvisierten Schlafsofas oder gar auf Isomatten mit Schlafsäcken, und so ähnlich verhält es sich auch bei den kostenlosen Couchsurfing-Unterkünften. Couchsurfer sollten deshalb nicht zu anspruchsvoll sein was den Schlafplatz angeht, zumal die Übernachtung zumeist kostenfrei bleibt, denn unter den Couchsurfern der ersten Stunde ist es verpönt, Geld zu verlangen. So gesehen darf man sich nicht wundern, daß das Couchsurfing bislang eher unter jungen Leuten bzw. Studenten verbreitet ist. Die kostenfreien Unterkünfte sind eher selten mit luxuriösen Ferienwohnungen oder gar 5-Sterne-Hotels zu vergleichen. Im Vordergrund steht die soziale Komponente (Social Travelling), weil durch die privaten Gastgeber und ihre Wohnungen oftmals ein Einblick in die fremde Kultur gewährt wird, die ein anonymes Hotelzimmer so nicht bieten kann.

Von zentraler Bedeutung bleibt bei solchen privaten Übernachtungsangeboten natürlich die Frage nach der Sicherheit. Die Mitglieder bei CouchSurfing.org können anhand von ausführlichen Nutzerprofilen und Bewertungen anderer "Couchsurfer" überprüfen, wie zuverlässig bzw. vertrauenswürdig ein potentieller Übernachtungsgast ist. Darüber hinaus gibt es eine Identitätsprüfung per Kreditkarte und ein gegenseitiges Bürgschaftssystem das Vertrauen schafft. Die Kommentare in den Bewertungsprofilen zeigen zudem, ob Gastgeber oder auch der Gast mit dem Verlauf der Übernachtung zufrieden waren. Prinzipiell bleibt natürlich immer ein gewisses Restrisiko, denn nicht immer liegen Reisende und Gastgeber auf einer Wellenlänge, oder aber die kulturellen Unterschiede machen diese Form des "Social Travellings" zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Wer sich bei einer Social-Travelling-Plattform wie "Couchsurfing" anmeldet, der weiß in der Regel worauf er sich einlassen muss. Deshalb kann man nur dazu raten, sich als Gast immer so zu verhalten, wie man es sich im Gegenzug auch von einem Gast wünschen würde. Beim Couchsurfen treffen verschiedene Lebensstile, Kulturen und mitunter auch Religionen aufeinander, denn dies war von Anfang an die Grundidee des US-Amerikaners Casey Fenton, dem Gründer des Couchsurfing-Portals. Man sollte möglichst kostengünstig die Welt kennenlernen, den interkulturellen Dialog suchen und neue Kontakte knüpfen, und zwar abseits von einschlägigen Pauschalreiseangeboten und allgemein bekannten Reiseführer-Tipps.

Ausgelöst durch den Erfolg der kostenlosen Gastfreundschaftsnetzwerke wie CouchSurfing.org oder Hospitality Club hat sich der Markt für einfache bzw. private Übernachtungsplätze aber bereits etwas gewandelt. Viele Individualreisende wie Backpacker und andere Weltenbummler reisen gerne abseits der großen Touristenströme und wollen so etwas mehr vom Lebensgefühl einer Metropole oder eines Landes in sich aufsaugen, gänzlich kostenlos muss eine Übernachtung aber deshalb nicht sein. Ebenso gibt es auch Reisende, die nicht unbedingt den direkten Kontakt zu den Menschen aus den bereisten Städten suchen. Sie sind auf Rundreise und suchen lediglich ein preiswertes und ruhiges Gästezimmer für die Nacht.

Deshalb findet man unter dem populären Überbegriff des Couchsurfings heutzutage auch weitere Social-Travelling-Portale, bei denen man ein Gästezimmer bei einem privaten Gastgeber bucht und ein vorher festgelegter Preis gezahlt wird. Anbieter wie Airbnb, 9Flats, Gloveler, HouseTrip oder Wimdu vermieten Einzelzimmer, Wohnungen oder auch ganze Häuser an Privatleute. Bei diesen Plattformen, die als Vermittler zwischen Gast und Gastgeber auftreten, zahlt der Reisende neben dem festgelegten Übernachtungspreis auch eine Servicegebühr, die bei einigen Anbietern dazu genutzt wird, um Versicherungsleistungen mit anzubieten, Notrufnummern bereitzustellen oder auch etwaige Streitigkeiten zwischen Gast und Vermieter zu schlichten. Darüber hinaus bieten viele Online-Gastgeberverzeichnisse auch einen Treuhandservice für die Übernachtungskosten an, so daß die Zahlung erst nach der erfolgten Schlüsselübergabe bzw. nach dem Check-in an den privaten Vermieter weitergeleitet wird. Auf diese Weise werden Zimmer- bzw. Wohnungsanbieter mit betrügerischen Absichten von vorherein abgeschreckt.

Nun gibt es aber längst nicht nur kostenlose Gastgeberdienste (CouchSurfing.org, Hospitality Club, Servas International, BeWelcome, Belodged.com) oder eben kostenpflichtige Gastgeberverzeichnisse (Airbnb, 9Flats, Gloveler, Nestpick, Hyboende.se HouseTrip oder Wimdu), sondern auch spezielle Gastfreundschaftsnetzwerke wie das internationale Netzwerk für Haustausch "HomeLink", das ADFC-Dachgeber-Verzeichnis für Radfahrer bzw. Tourenradler oder auch den internationalen Gastgeberdienst für Camper und Wanderer, genannt Freagle (Free Camping worldwide). In diese Richtung geht auch Global Homing, welches für Ferienhaustausch ohne Kompromisse steht und ein Club exklusiv für Ferienhausbesitzer ist, die ihr Ferienhaus tauschen und somit an einem anderen Ort Urlaub machen möchten. Tja und wenn Sie eine Handbreit Wasser unter dem Kiel haben, dann finden Sie ihren Platz auf einem der 35.000 Boote in mehr als 140 Ländern bei GetMyBoat, dem Sharing-Economy-Dienst für Yachten und Segelboote.

Die Warmshowes-Community ist eine kostenlose und weltweites Unterkunftsverzeichnis für Tourenradfahrer. Menschen, die bereit sind, Gastgeber für Tourenfahrer zu sein, melden sich hier an und geben ihre Kontaktinformationen bekann damit gelegentlich jemand bei ihnen für eine Nacht bleiben kann. Ähnliches gibt es mit dem Schwerpunkt Deutschland in deutscher Sprache bei Dachgeber.de. Fahrradfreunde und Langstrecken-Radfahrer tauschen sich hier aus und haben eine ähnliche Philosophie.

Eines sollte man in den Medien unbedingt weiterverfolgen. Es gibt von Regierungen der großen Städte wie Berlin und New York Bestrebungen, die schwarzen Schafe unter den Couchsurfing Anbietern und Vermietern (das sind die, die gar nicht unbedingt in der Wohnung wohnen / gemeldet sind und das Ganze professionelle betreiben) mit Strafmaßnahmen wie Steuern zu belegen. In solchen Städten sollte man wirklich nur dort übernachten, wo der Gastgeber auch in der Wohnung ein ständiges Zimmer hat. Die Hotelbranche hat eine große Lobby und denen sind die preisgünstigen Unterkünfte natürlich ein Dorn im Auge. Die Stimmen der Kritiker sollte man ernst nehmen, denn falls die Vermietung von Wohnraum ausufern sollte, wird sich das irgendann auf den örtlichen Wohnungsmarkt auswirken. Auf der Seite Airbnb vs Berlin haben Studierende der Uni Potsdam den Sharing-Economy-Markt untersucht und stellen dar, wie die Zahlenverhältnisse genau sind.